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NOMEN EST OMEN

 

SUDDEN - PROJEKTE

NOMEN EST OMEN

PROJEKT: Nomen est omen

Bauherr: VBW Bochum

Fläche / Bausumme: 6.170m² / 336.500 €

Planung: 2015-2016 - Leistungsphasen 1 - 9

Fertigstellung: 2016

Ausführung: 2016

Adresse: Ginsterweg 44869 Bochum

Ginsterweg „Nomen est Omen“

Im Zuge der Sanierung der Gebäude Ginsterweg 52-68 in Bochum soll ebenso der Freiraum neu entwickelt werden. Hierzu wurde das Büro SUD[D]EN von der VBW Bauen und Wohnen Bochum zur Erstellung eines Konzeptes für die Außenanlagen beauftragt. 

Vornehmliches Ziel war es die vorhandene starke Topografie so herzurichten, dass sowohl mobilitätseingeschränkten Mietern ein barrierefreier Zugang ermöglicht werden kann, Nutzflächen wie Fahrradabstellmöglichkeiten, Müllplätze etc. komfortabel zu erreichen sind und dass generationen-übergreifende Aktivitäten im Freiraum stattfinden können. 

Das Konzept des Büro SUD[D]EN geht aber noch weiter und empfiehlt neben den o.g. Kriterien auch die Herstellung eines „eigenen“ Charakters der Außenanlagen. 

 

Als Grundidee dient dazu das eigentliche Manko des Freiraums. Also die starke Topografie ins Gegenteil zu verkehren und hieraus einen Freiraum der nichtalltäglichen Art in Bochum zu entwickeln, und die Hanglage als Merkmal des Freiraums zu begreifen. Hierbei wird der Name zum Programm.

 

Mit Steingabionen aus marmoriertem Kalkstein, Heidekräutern (Erica darleyensis ‚White Perfektion‘) und Abpflanzungen aus Syrischem Ginster (Genista lydia) soll eine Art Heide/Berglandschaft entstehen. Geschwungene Landschaft mit strukturgebenden Heckenkörpern, kleinen Platzsituationen als Treffpunkte und in der Landschaft stehende Spielgeräte für Jung und Alt runden den neuen Charakter des Ginsterweges ab.  

 

Für eine gänzliche Neugestaltung werden die vorhanden Einrichtungsgegenstände, Oberflächen und Unterbauten komplett abgerissen. 

Die Neugestaltung sieht dementsprechend eine komplette Neuordnung der Freiflächen vor. Zum Einen entsteht vor den Häusern 52 bis 60 eine Platzsituation; zum Anderen wird der stark topographierte Vorbereich der Häuser 62 bis 68 neu strukturiert und an die Bedürfnisse für mobilitätseingeschränkte Mieter angepasst sowie der Hof als „Spielwiese“ mit Spiel- und Sitzmöglichkeiten gestaltet. Den Eingängen werden jetzt separate Fahrradstellplätze mit je 3 Fahrradparkern und separate Müllstandorte zugeordnet. Die Zugänge auf das Gelände bleiben jeweils erhalten. Lediglich im Bereich der Häuser 62-68 wird der jetzige mittlere Zugang (Treppen) zu Gunsten einer großflächigen Zugangssituation auf der bestehenden Feuerwehraufstellfläche neu strukturiert. An den bisherigen Eingang und diese neue Zugangssituation schließen sich 2m breite  Rampenanlagen auf die Eingänge 68 bzw. 64 an. Die Rampenanlagen werden begrenzt durch sich abwechselnde Gabionenkörbe aus elektrisch punktgeschweißten Stahl-Gittermatten mit Randdraht, Maschenweite von 5 x 10 cm mit Kalksteinfüllung 80/120 und L-Steinen (Winkelstützelementen, Beton C 30/37). Vor Haus 68 schließt sich im 90° Winkel eine 1,20m breite weitere Zugangsrampe mit 6% Gefälle an. Diese verschränkt sich fortlaufend um 180° mit jeweils 6% Rampen und schließt dann wieder an den Weg von HS 68 zu HS 66 an. Zwischen diesen Rampen ist ein Treppenaufgang (6 STG 15/37,5) aus Betonblockstufen mit Handlauf aus Flachstahl (20/80mm) an. Über der Treppenanlage, vor Haus 68 entsteht ein Fahrradabstellplatz mit drei parallel zur Hauswand stehenden Fahrradparkern. Dieser Fahrradstellplatz wird durch eine einbetonierte Absturzsicherung aus Flachstahl (20/80mm) mit eingeschweißten Flachstählen (10/80mm) begrenzt.

Vor Haus 66 entsteht wie vor HS 68 ein kleiner Fahrradabstellplatz mit 3 Fahrradparkern. Von hier aus führt eine Rampensituation mit 2 x 9% mit Zwischenpodest zum Zugang HS 64 und schließt sich dann über zwei Rampen mit jeweils ca. 6% und Zwischenpodest an den Zugang (ehem. Feuerwehraufstellfläche) an. Oberhalb der Mauer, gegenüber HS 64 wird eine einbetonierte Absturzsicherung aus Flachstahl (20/80mm) mit eingeschweißten Flachstählen (10/80mm) eingebracht. Vom Zwischenpodest der Rampen HS 64 – Zugang, wird der Heizungskeller über drei Treppenanlagen (2 x 2 STG 15/37,5 und 1 x 5 STG 15/37,5) und kleinem Plätzchen angedient. Die Rampe unmittelbar neben dem Treppenabgang zum Heizungskeller sowie der Zugangsplatz werden durch eine einbetonierte Absturzsicherung aus Flachstahl (20/80mm) mit eingeschweißten Flachstählen (10/80mm) begrenzt. Die Winkelstützen hier haben den Lastfall 2 (SWL 30 mit 16,7 kN/m²). Die Rampenanlagen werden durch Einbaustrahler in den Gabionen beleuchtet.

 

Am Kopf des Zugangs HS 68 befindet sich der Zugang in den Hof/rückwärtigen Bereich der Anlage. Vorbei an den mit neuer Oberfläche (20/20/8cm Betonpflaster) ausgestatteten bestehenden Müllstandort, erreicht man eine Platzsituation bestehend aus 20/20/8cm Betonpflaster und einer Pflanzinsel (Erika /  Fingerstrauch / Baum) mittig. Rechts und links des Platzes befinden sich Bänke (1 x Hockerbank, 1 x Sitzbank mit Rückenlehne) und ein Mülleimer. Das Gelände fällt nun entlang einer Gabionen-Sitz-Mauer aus elektrisch punktgeschweißten Stahl-Gittermatten mit Randdraht, Maschenweite von 5 x 10 cm mit Kalksteinfüllung 80/120, die mit Holzauflagen (Stahl-Holz-Konstruktion) zum Sitzen ausgebaut werden. 3 Durchgänge aus 3 stufigen Treppenanlagen (3 STG 15/37,5) führen in Richtung HS 68 und 66. In Richtung HS 54 erreicht man eine weitere Platzsituation bestehend aus 20/20/8cm Betonpflaster und einer Pflanzinsel (Erika /  Fingerstrauch / 2 Bäume) mittig. Dazwischenliegend werden Platten (100/50/5cm) mit Rasenfuge in Mörtelbett MG III  verlegt, die einen fußläufigen Bereich kennzeichnen. In Richtung des bestehenden Weges werden 3 Spielgeräte (1 x Lümmelblatt, 1 x Turn-und Balancier-Anlage, 1 x Springplattenkombination) aufgestellt. Flankiert werden diese von zwei Lümmelbänken. In diese Rasenfläche werden 5 Bäume (2 x Amerikanische Gleditschie - Gleditsia triacanthos 'Skyline' und 3 x Gold-Gleditschie - Gleditsia triacanthos 'Sunburst') gepflanzt. Hecken aus 2-reihigen Hainbuchenpflanzen (Carpinus betulus) schirmen die Spielflächen gegen den Plattenweg und den bestehenden Fußweg zu beiden Seiten ab. Randpflanzungen aus Erika und Fingerstrauch begrenzen die Flächen zusätzlich.

 

Von der zweiten Platzsituation in den Hof, die ebenfalls rechts und links mit einer Bank (1 x Hockerbank, 1 x Sitzbank mit Rückenlehne und ein Mülleimer) ausgestattet ist, erstreckt sich eine wie oben gleichgeartete Rasenflächen mit Platten (100/50/5cm) mit Rasenfuge in Mörtelbett MG III  verlegt. Diese erreicht man über eine leichte Böschung nach unten. In dieser Rasenfläche befinden sich weitere Spielanlagen (1 x Sandkasten, 1 x Knüppelpfad und zwei Spielskulpturen (Schaf / Schafsbock). In diese Fläche werden weiter 5 Bäume (3 x Gold-Gleditschie - Gleditsia triacanthos 'Sunburst', 1 x Amerikanische Gleditschie - Gleditsia triacanthos 'Skyline' und 1 x Japanische Schnurbaum - Sophora japonica) gepflanzt. Eine Sitzgruppe aus einbetonierten Stühlen (3 Stühle) und zwei von unten mit Bodenstrahlern beleuchtete Bäume laden zum Verweilen ein. Fortlaufend in Richtung HS 60 und HS 62 hebt sich das Gelände wieder etwas an und mündet in einen kleinen Platz an HS 60 der mit Platten (100/50/5cm) mit Rasenfuge in Mörtelbett MG III befestigt wird. Auch hier entsteht eine kleine Sitzgruppe aus einbetonierten Stühlen (3 Stühle). Seitlich wird diese Fläche von Gabionen-Sitz-Mauern begrenzt. Entlang des Plattenweges mit zwei weiteren Sitzauflagen (Stahl-Holz-Konstruktion) und zwei Treppenaufgänge aus 3 stufigen Treppenanlagen (3 STG 15/37,5), auf der anderen Seite fängt diese Mauer die Topografie in Richtung der Gebäude ab. Hecken aus 2-reihigen Hainbuchenpflanzen (Carpinus betulus) schirmen die Spielflächen gegen die Flächen entlang der Häuser 54, 56 und 58 ab. Randpflanzungen aus Erika und Fingerstrauch begrenzen die Flächen zusätzlich.

 

Oberhalb der Gabionen-Sitz-Mauern, sich an den Gebäuden 68, 66 und 64 entlangziehend, wird die bestehende Feuerwehrzufahrt neu hergestellt. Die in der Bauklasse 1,0 gem. RSTO 13, mit Rasenwaben aus Kunststoff und mit Gemisch aus Oberboden, Sand/Lava befestigte Fläche, grenzt weitere Rasenflächen zu den Häuser 68, 66 und 64 ab. Die starke Topografie wird durch kleine Gabionenmauern aus elektrisch punktgeschweißten Stahl-Gittermatten mit Randdraht, Maschenweite von 5 x 10 cm mit Kalksteinfüllung 80/120, senkrecht zum Haus stehend abgefangen. Heckenelemente aus 2-reihigen Hainbuchenpflanzen (Carpinus betulus) grenzen teilweise die derart geformten Rasenflächen ab.

 

An den Häusern 52 bis 58 entstehen wie o.g. ebenfalls kleine Fahrradabstellplätze mit je 3 Fahrradparkern. Der Zugang zu diesen Häusern wird durch einen sich teilenden Weg erreicht. In dessen Mitteldreieck entsteht eine Platzsituation aus Platten (100/50/5cm) mit Rasenfuge in Mörtelbett MG III. Dieser Platz wird begrenzt durch zwei 2-reihigen Hainbuchenhecken (Carpinus betulus) und 2 Sitzbänken (2 x Sitzbank mit Rückenlehne) und einen Mülleimer. Eine Randpflanzung aus Erika und Syrischem Ginster begrenzt den Platz zusätzlich. In Richtung des Nachbargrundstücks wird das Areal durch mehrere Segmente aus Heckenelementen aus 2-reihigen Hainbuchenpflanzen (Carpinus betulus) abgegrenzt. In Richtung Ginsterweg, vorbei an weiteren Pflanzungen aus Erika und Syrischem Ginster wird der alte Müllstandort derart umgebaut, dass anstelle von 9 Müllboxen nur noch 6 Stück bleiben. Die 3 freiwerdenden Müllboxen werden vor den neu gestalteten Zugangsbereich des Hauses 60 mit 3 Fahrradparkern umgestellt. Ebenso erhält der Eingang HS 62 einen Fahrradabstellplatz mit 3 Fahrradparkern. Hier wird der bestehende Müllstandort lediglich mit neuem Pflaster und Unterbau ertüchtigt.

 

Entlang des gesamten Ginsterweges ziehen sich Pflanzflächen aus Erika und Syrischem Ginster, die teilweise noch durch eine Pflanzung aus Silber-Ährengras (Stipa calamagrostis) ergänzt werden. Frei verteilt begleiten Heckensegmente aus 2-reihigen Hainbuchenhecken (Carpinus betulus)  die Rampen, Mauern und Zugänge.

 

Alle Wege, außer diejenigen am Haus 68 vorbei, welche als Feuerwehrzufahrt dienen, werden in der Bauweise ZTV-Wegebau 2013, Nutzungskategorie N1 ausgebaut. Die Feuerwehraufstellfläche (Zugangsplatz), die mit Rasenwaben befestigte Feuerwehrzufahrt und die Wege der Feuerwehrzufahrt wedren in der Bauklasse 1,0 gem. RSTO 13 ausgebaut. 

Dipl. Ing. Stephan Kulle-Skorobogaty

Inhaber und Geschäftsführer

Landschaftsarchitektur & Umweltplanung

Landschaftsarchitekt AKNW

 

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