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SERENITY PARK

SUDDEN - PROJEKTE

SERENITY PARK

PROJEKT: Serenity Park - Neukirchen-Vluyn

Fläche / Bausumme: 10.100 m² / 500.000 €

Planung: 2019 (Leistungsphasen 1 - 3)

Realisierung: 2020 - 2021

Ausführung: GaLaBau-Tiege, Garten- und Landschaftsbau, Moers
Adresse: Bergschenweg, 47506 Neukirchen-Vluyn

 

Zur Umgestaltung eines verlassenen und verwilderten Grundstücks eines ehemaligen Verlagshauses in Neukirchen-Vluyn mit Waldanteil wurde das Büro SUD[D]EN mit der Erstellung eines Konzeptes für die Außenanlagen eines Privathauses mit Park und japanischem Garten beauftragt.


Hierbei war dem Bauherrn besonders wichtig, die vorhandenen Materialien aus seinem bereits vorhandenen Garten in die neue Struktur und in das neue Konzept einzubinden, eine großzügige Anlage zu entwickeln und den Wunsch eines Haus- und Küchengartens mit Kräutergarten und Gehege für Hühner zu realisieren. Neben diesen Kriterien, war natürlich auch der repräsentative Charakter der Vorbereiche als auch der gesamten Anlage von Bedeutung.

Die neu entstehenden Gebäude unterteilten sich in ein ca. 500qm großes Haupthaus sowie einem L-förmigen Anbau mit drei Garagen und einem zum Garten orientierten Freizeitbereich. 

Das Konzept des Büro SUD[D]EN sah vor, die Lage des Grundstücks innerhalb von Wiesen- und landwirtschaftlichen Flächen, den Bezug zum Wald sowie die Topografie des abfallenden Grundstücks entsprechend zu nutzen, um hieraus ein Gestaltungskonzept aus vier Teilbereichen zu entwickeln und den vorhandenen Baumbestand so einzubinden, dass sich auch aufgrund der vorhandenen Elemente eine besondere Zonierung ergibt. Durch die Schaffung von Blickachsen aus dem Garten heraus, sollte neben dem Bezug auf den eigenen Garten aber auch das „Außen“ eingebunden werden und damit die Perspektive von Garten zu Landschaft erweitert werden.

 

Entsprechend der Lage der Gebäude zueinander erstreckt sich der Vorbereich entlang des Bergschenweges mit einem Eingangstor und einer seitlichen Zufahrt zu den Garagen. Eingerahmt von einer hohen Hecke ist der Vorbereich von einer direkt vor dem Gebäude liegenden großzügigen Rasenfläche geprägt. Entlang der aus rotem Klinker bestehenden Wege bilden säulenförmigen Zypressen eine klassische Eingangssituation. Seitlich daran anschließend befindet sich die ebenfalls mit rotem Klinker befestigte Zufahrt zu den Garagen sowie einige Besucherstellplätze. Dieser Bereich, sowie die weiteren sich unmittelbar an das Gebäude anschließenden Bereiche rechts und links und die Flächen am „Freizeithaus“ sind durch die Anlage großzügiger Hortensienbeete geprägt.  


Im Bereich der Terrassen gehen diese Klinkerwege dann in Wege aus wassergebundener Wegedecke über, um den Übergang in den „Parkteil“ zu formulieren. 

Der „Parkteil“ lehnt sich an den Stil der klassischen englischen Landschaftsgärten an und ist geprägt von einer großen Rasenfläche in der Mitte, geschwungenen Wegen, die immer wieder von einzelnen Heckenelementen eingerahmt und begleitet werden und von großzügigen Gräserrabatten, die sich immer wieder mit Kirschlorbeer und Rhododendron-Rabatten abwechseln. 


Der Baumgestand ist farblich vielfältig gewählt und begleitet die Wege in Hellgrün, Rot und Orange und besteht aus hoch – und mehrstämmigen Baumpflanzungen. In einer Abfolge, sich vom Gebäude entfernend, werden die Farben der Blätter immer dunkler, sodass auch in der Wahl der Baumpflanzungen bzw. Blattfarben Tiefe in der Perspektive entsteht. Die Farbgebung erstreckt sich von Hellgrünem weißgerandetem Spitzahorn (Acer platanoides 'Drummondii') in gebäudenähe (teils mehrstämmig, teils Hochstamm) über leichtkronige Bambuserlen (Alnus glutinosa 'Imperialis') bis zu mehrstämmigen Felsenbirnen (Amelanchier lamarkii), gemischt mit Blut-Nelkenkirsche (Prunus serrulata Royal Burgundy). Wobei die Stellung der rotblättrigen Baumpflanzung wiederum den Blick in die Ferne, in eine Sichtachse hinein, betonen.

Leicht in der Topografie abfallend befindet in Richtung eines Nachbargrundstücks der Haus- und Küchengarten. Eingerahmt von einem Staketenzaun mit Hühnerhaus befindet sich der Kräutergarten und das Gehege für Hühner etwas tiefer als der „Parkteil“ und ist so relativ unscheinbar ausformuliert.

Südlich der großen Rasenfläche anschließend an den vorbeiführenden Weg, schließt die „Achse der Gelassenheit“ an. Diese ist leicht abschüssig aus Betonplatten im Rasen konzipiert und geleitet in den japanischen Garten hinein. Geprägt ist dieser japanische Garten von dem großen Koi-Teich, dessen Rand mit großen Findlingen und einem groben rundgewaschenen Flussteinen gesichert ist. Japanische Elemente wie z.B. Steinlaternen und kleine Pagoden begleiten das Teichufer bis zum Teehaus mit Terrasse. Die kleine Brücke aus dem Bestand des Bauherrn lädt zum Überqueren des Teiches ein. Rhododendrenrabatten, japanische Fächer-Ahornbäume (Acer japonicum) und Mammutbäume (Metasequoia glyptostroboides) schaffen einen geschützten Charakter des Japanischen Gartens und geben ihm die entsprechende meditative Atmosphäre.