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SMS GROUP MÖNCHENGLADBACH

 

SUDDEN - WETTBEWERB

SMS GROUP MÖNCHENGLADBACH

Gutachterverfahren „SMS Neubaumaßnahme Mönchengladbach“

 

1 Beschreibung des innovativen Charakters des Entwurfs.

Wir stellen die definierten Funktionen in zwei Baukörpern dar:

  • Ein (erweiterbares) Verwaltungsgebäude als eigenständige, in eine Plaza und terrassierte Parkfläche eingebettete, imagebildende Landmarke auf dem SMS-Areal, das die Funktionen Büroarbeitspl.tze für 1.500 Mitarbeiter, Konferenz- und Besprechungszentrum, Mitarbeiterkantine und Gästecasino aufnimmt; es führt somit „Arbeiten“ und „Freizeit/Regenerieren“ wie in einem Quartier räumlich zusammen – es entsteht „Leben“.

 

  • Ein Parkhaus mit 1.500 Stellplätzen als Zweckbau, der sich in Form und Ausrichtung an der benachbarten Hallenbebauung orientiert. Drei Dimensionen für die Zukunftsfestigkeit. Die geforderte funktionale Zukunftsfestigkeit des Verwaltungsgebäudes hat für uns drei zentrale Dimensionen. 

  • Erstens muss es nicht nur die heutigen Organisationsstrukturen der SMS Group abbilden können, sondern auch vorbereitet sein auf management-, markt- und technologiegetriebene Veränderungen, die in den kommenden Jahren räumlich auf die Mitarbeiterorganisation rückkoppeln werden. Das bedeutet für uns vor allem: eine Hülle bauen, innerhalb derer maximale Freiheit zur Umgestaltung, Umorganisation und technologischen Erneuerung besteht.

Zweitens: die Bedürfnisse und Erwartungen der heutigen und zukünftigen Mitarbeitergenerationen, zumal von hoch qualifizierten Ingenieuren. Der Arbeitsplatz ist mehr als nur ein Ort der Arbeitsverrichtung. Er ist ein Ort für soziale Kontakte, ein Ort des Lernens, der Motivation und persönlichen Entwicklung, des Informations- und Wissensaustauschs, ein Ort – auch – zum Wohlfühlen. Das bedeutet für uns unter anderem: räumliche Offenheit und Transparenz, ohne das Gespür für „individuelle Heimat“, Privatsphäre und sichere Verortung zu verlieren (geplant sind daher verschachtelte Arbeitsumgebungen mit unterschiedlich stark abgeschirmten Zonen, individuell und vielfältig gestaltet); Vielfalt und kurze Wege; keine Arbeitsplätze 1. und 2. Klasse, sondern möglichst Fensterplätze für jeden und viel Tageslicht! Der Aspekt Tageslicht berührt auch die dritte Dimension: ein abgestimmtes System aus aktivem und passivem Energie-Management auf dem neuesten Stand der Technik.

 

Zwei Inspirationsquellen für die Formgebung

 

Ausgangsform für den Baukörper, die „Hülle“, ist zunächst – vor allem wegen der Möglichkeit einer gleichwertigen Tageslichtbelichtung – ein rechteckiger Quader, der eine zentrale offene Mitte hat. Ein solcher Baukörper an der vorgesehenen Stelle würde jedoch zwei Aspekte außer Betracht lassen: die Lage bzw. die städtebaulichen Beziehungen des Grundstücks sowie den Bauherr selber, die SMS Group.

 

Städtebaulich muss sich das Verwaltungsgebäude aus unserer Sicht zunächst mit zwei vorgegebenen Achsen auseinandersetzen: mit der Achse Landgrafenstraße samt der dazu im rechten Winkel stehenden Hallenbebauung sowie mit der Achse Ohlerkirchweg, die schräg zur Landgrafenstraße verläuft. Die erhöhte Hügelposition des Grundstücks kann jedoch eine dritte, bislang nicht entdeckte Achse erschließen: über die Hügelstraße durch das zukünftige Gladbachtal (städtebaulicher Masterplan MG3.0) zum Abteiberg mit Münster und Museum 

 

SEAMLESS 8 Gutachterverfahren „SMS Neubaumaßnahme Mönchengladbach“ 

 

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In den Obergeschossen des Verwaltungsgebäudes lässt sich diese neue Sichtachse inszenieren, und die neue Blickweise rückt das SMS-Areal noch näher in Fußwegdistanz an die Gladbacher Innenstadt. Denn die städtebauliche Situation zeigt eigentlich einen überdimensionalen Industriestandort im Verhältnis zu einer schlichten Wohnungsansiedlung. Obwohl die Lage durch die Nähe zur Innenstadt zentral ist, glaubt man in einem Außenbereich zu sein. Die Frage, die sich uns stellte: Wie kann man den Raum gestalten, so dass die Mitarbeiter diesen Standort akzeptieren bzw. wie sollte ein Umfeld sich zeigen, in dem hochqualifizierte Mitarbeiter den wesentlichen Teil ihres Lebens verbringen? Der Bezug zum historischen Kern Mönchengladbachs, zum Abteiberg, ist eine der Antworten. Die historischen Wurzeln der SMS Group in Mönchengladbach liegen in der Produktion von Anlagen für die Herstellung von nahtlosen Röhren nach dem Mannesmann-Verfahren. Nahtlos (seamless) - Röhren - Metall - beliebig verformbar. Das ist für uns die zweite Inspirationsquelle für das Design des Baukörpers.

 

„Seamless 8“ - eine nahtlose „Hülle“ in Form einer angedeuteten 8 Achsialität, Geometrie und Symmetrie auf der einen Seite. Rundheit, Verformbarkeit und Nahtlosigkeit (Endlosigkeit) auf der anderen Seite. Dies zusammengeführt, ließ unsere endgültige „Hülle“ für das neue Verwaltungsgebäude entstehen: die „Seamless 8“, die aus der Grundform eines in der Mitte offenen, über 6 + 1 Ebenen geschichteten Rechtsecks gezogen und gedrückt worden ist, so dass sich eine einzigartige, an die Zahl 8 erinnernde, dynamische, aber dennoch weiche Grundform bildet. Kein distanzierendes, kantiges Macht- Statement, sondern ein freundlicher Unternehmensauftritt, der Haltung und Denkweise materialisiert und der sich kraft Souveränität und Aufgeschlossenheit nahtlos mit der Umgebung und seinen Menschen verbinden will. Folgerichtig sind in den beiden unteren Zugangsebenen die Kantine - der Marktplatz der Mitarbeiter -, der Konferenzbereich zur Kommunikation intern wie mit externen Partnern, sowie der Gästebereich mit dem Casino angeordnet. Die Arbeitsbereiche beginnen ab Ebene 3. Aufgrund der Topografie des Geländes haben wir nicht nur für das Gebäude das Thema der Schichtung aufgenommen, sondern auch für die Gestaltung des Außenbereiches. Durch die Terrassierung in einzelnen Feldern haben wir harmonisch eine Blickbeziehung vom Fuß des Hügels bis zur Spitze ermöglicht. In der natürlich gestalteten Landschaft, durch die terrassenförmige Schichtung aus der vorhandenen Topografie entwickelt, entstehen differenzierte Bereiche wie Foren, gastronomisch nutzbare Terrassen als auch inselförmige Themengärten für die individuelle Nutzung.

 

Die „Seamless 8“ präsentiert sich mit einer empfangenden Geste sowohl zur Außenachse Ohlerkirchweg – hier überwindet der terrassierte Park den Höhenunterschied – und zur Innenachse Landgrafenstraße, die über eine kommunikative, Barrieren abbauende Plaza an die Produktionshallen angedockt wird. Der Innenhof ist überdacht – ein energieeffizienter zusätzlicher grüner Lebensraum für alle Jahreszeiten, der im Erdgeschoss sogar bis in das Gebäude hineinwächst, als nahtloser Übergang von draußen nach drinnen.

 

Die Diagonale der „Seamless 8“ richtet sich an der neuen, an der dritten Achse aus: an der Blickachse zum Abteiberg, von der insbesondere die oberste, die Vorstandsetage profitieren wird. Nebenbei: An dieser Schokoladenstelle des neuen Verwaltungsgebäudes böte sich eine neue Adressbildung für die zukünftige Hauptverwaltung der SMS Group in Mönchengladbach an: Der hier verlaufende südliche Teil der Hügelstra.e könnte umbenannt werden in zum Beispiel „Gebr.-Meer-Straße“. 

 

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Energetische Innovation In dem Gebäude wird durch eine optimale Abstimmung von passiven und aktiven Maßnahmen ein innovatives und flexibles Energiekonzept umgesetzt. So wird durch rein passive Maßnahmen an der Gebäudehülle, wie z. B. einem sehr guten Wärmeschutz, dem Einsatz von effizienten Sonnenschutzsystemen, aber auch einer Maximierung der Tageslichtautonomie durch sturzfreie Fenster und Tageslichtlenksystem, der Energiebedarf für Heizen, Kühlen und Beleuchtungsstrom minimiert.

 

Der verbleibende Energiebedarf wird auf sehr umweltfreundliche und energiesparende Weise gedeckt. Hierbei wird insbesondere bei der Kühlung durch die direkte Nutzung von Umweltwärme in naturaler Kühlung aus Grundwasserbrunnen und Eisspeicher eine sehr energiesparende und robuste Technik eingesetzt. Der Einsatz eines Eisspeichers ermöglicht dabei eine optimale Energieausnutzung, da die im Winter im Wärmepumpenbetrieb erzeugte Kälte nicht verloren geht, sondern zur sommerlichen Kühlung genutzt werden kann. Die Verteilung von Wärme und Kälte einerseits und Zuluft andererseits gewährleistet höchste Flexibilität. So ermöglichen in der Decke integrierte Thermo-Steckdosen jederzeit eine bedarfsgerechte Nachrüstung von Heiz-Kühl-Elementen. Die Erfordernis für solche Heiz-Kühl- Decken entsteht dabei nur in Bereichen mit hohen inneren Lasten, wie z. B. den Konferenzräumen oder den CAD-Arbeitsplätzen. Überwiegend kann das Gebäude aber ohne statische Heizflächen wie z. B. Heizkörper versorgt werden.

 

Auch die im Druckboden verteilte Zuluft kann durch vorgefertigte, rastergeführte Öffnungen im Bodenaufbau gezielt auf die Bedürfnisse der einzelnen Nutzungen jederzeit flexibel angepasst werden.

 

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Erläuterung zum Entwurf

Die Arbeitsplatzstruktur der SMS-Group setzt sich im Wesentlichen aus Konstruktions- und kaufmännischen Arbeitsplätzen zusammen, welche durch Berichtsebenen bis hinauf zur Vorstandsebene strukturiert werden. Außergewöhnlich sind dezentrale Service-Sekretariate, die jeweils Gruppen von 80 – 100 Mitarbeitern zur Verfügung stehen.

 

Die Art der Arbeitsplätze sowie die angedachte Organisationsform bestimmen den Grundriss, Stützenraster und Fensterachsen. Gleichmäßige Belichtung, individuell zu öffnende Fenster berücksichtigen das individuelle Verhalten. Durch die Verformung des Rechteckes, wie Röhren beliebig verformbar und dennoch leicht, ergeben sich verschieden gestaltete Innen- und Außenraumformen und erlauben es den Mitarbeitern, den jeweiligen Büroraum als den eigenen zu empfinden. Verschiedene Zuordnung von Gruppen- und Einzelräumen auch in flexibler Form sind möglich.

 

Open Space mit weitläufiger Sichtbeziehung, Differenzierung „unter einem Dach“ wird zum Leitgedanken für die Mitarbeiter der SMS-Group. Dezentrale Zentren schaffen Kommunikation, hier sind auch die Service-Sekretariate sowie Besprechungszentren angeordnet, aber auch zentrale Lounges.

 

Es gibt Möglichkeiten für feste Einzelzimmerzuordnung genauso wie reversible Bereiche, in der vom Einzelraum über den Gruppenraum bis hin zum großen Gruppenraum alle Möglichkeiten gegeben sind.

 

Zu jeder Gruppe gibt es sogenannte „Think Boxen“, um sich zurückzuziehen, „Chat Boxen“, um mit Partnern im In- und Ausland zu kommunizieren, aber auch „Home Bases“, die individuell gestalteten Erholungsraum bieten, offene und geschlossene „Meeting Boxen“ sowie administrative Nebenräume.

 

Ein Regelgeschoss hat eine Nettonutzfläche von ca. 5.570 qm und steht für ca. 356 Mitarbeiter, hiervon ca. 200 Konstrukteure und kaufmännische Mitarbeiter zur Verfügung. 2 zentrale Kerne in der Mitte mit Aufzugspaaren sowie jeweils 2 Kerne in jedem Flügel organisieren die notwendigen Treppen- bzw. Erschließungspunkte. Von diesen Kernen aus können die Gruppen gegliedert werden.

 

8 bis 14 Gruppen in verschiedenen Größen stehen den Abteilungen/Projektgruppen zur Verfügung. Nicht zuletzt aus den Brandschutzanforderungen entstehen so Einheiten von ca. 400 qm. Bei Bedarf können zwei weitere dezentrale Punkte jeweils im nördlichen bzw. südlichen Bug untergebracht werden. Eine Vermietung von Teilbereichen ist so ebenfalls gewährleistet. 

 

Die Anordnung der Arbeitsflächen erfolgt im Wesentlichen entlang der Fassaden, unterschiedliche Bereiche wie „Meeting Box“, „Think Box“, „Service“ sowie „Changing Group“ (Sonderarbeitsplätze) sind mittig angeordnet.

 

Durch die Konstruktion des Fischbauchträgers, der auch optimal alle Medien aufnehmen kann, wird das Licht tief in den Raum hinein getragen. Zusätzlich helfen Lichtlenksysteme an der Fassade zu einem optimalen Lichteintrag, die Blendfreiheit wird durch außenliegenden Sonnenschutz gewährleistet. Innenliegende Stores sind bei Bedarf nachrüstbar. 

 

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Konstruktion

Das Stützraster ist in einem Abstand von 12,00 m x 9,50 m gewählt. Der Fischbauchträger ermöglicht neben der optimalen Belichtung eine freie Fassadengliederung. Die Büroorganisation lässt jedoch auch ein kleineres Stützenraster von 6,00 m auf 9,50 m zu, was zu noch wirtschaftlicheren Verhältnissen führt. Es handelt sich hierbei um eine Stahlbetonkonstruktion, deren Brüstungen und Decke auch zur Aktivierung von Speichermassen zum Heizen und Kühlen zur Verfügung stehen und damit zur Behaglichkeit des Klimas beitragen.

 

Die Decke selbst wird mit einer Bauteilaktivierung ausgestattet und im Bauch des Trägers können leicht alle Medien untergebracht werden. Darüber hinaus kann auch jederzeit einfach um- oder nachgerüstet werden.

 

Fassade außen

Die Fassade stellt sich trotz ihrer geschlossenen Brüstung leicht und lichtdurchflutet dar. Neben Aluminium-Fenstern und Dreifach-Verglasung nach außen wird die Verkleidung mit einer Alublechfassade in einem weißen Farbton hergestellt. Neben einer thermisch hochwertigen Hülle ist auch die Nachhaltigkeit bezgl. der Wartung einfach gehalten. Die Auskragung der Brüstung und das darüber befindliche Schwert ermöglichen nicht nur einen gewissen Beschattungseffekt im Sommer, sondern die Dimension des Schwerts ermöglicht zudem durch ein Oberlicht mit glasintegrierten Lichtlenklamellen eine optimale Lichtlenkung.

 

Über dem jeweils obersten Geschoss, d.h. über dem 4. Und 5. OG, wird die Fassade lamellenartig weitergeführt, zum einem, um die Baukörper dynamisch miteinander zu verbinden, zu anderen, um dahinter die auf dem Dach sinnvoll angeordnete Technik nicht einsehbar zu machen. So sind in jedem Kern insbesondere die Lüftungszentralen angeordnet.

 

Technische Erläuterungen 

Regelfassade 

Hochgedämmtes, elementiertes Aluminium-Fensterband mit integrierten Öffnungsflügel in jeder zweiten Achse. Innen flächige Profile und Einbausituation zur optimalen Anschluss Trennwände/ Innenausbau Kämpferprofil zur vertikalen Trennung der Funktion. Oben Tageslichtlenkung und Nutzung, unten Lüftung, Ausblick Tageslichtversorgung der fassadennahen Arbeitsplätze mit der Möglichkeit des individuellen Sonnen-/ Blendschutzes. Horizontales, stranggepresstes Aluminium Schwert zur Integration des außenliegenden Sonnenschutzes bei gleichzeitiger Wirksamkeit als Sonnenschutz im Sommer.

 

Windstabiler, außenliegender schienengeführter Sonnenschutz mit E-Antrieb (Windstabil bis 20- 22 m/s). Funktionsisolierglas im unteren Bereich als 3-fach Wärmeschutzglas mit absturzsichernder Funktion.

 

3-fach Multifunktionsisolierglas mit integrierten Tageslichtprismen im oberen Bereich. Zweilagige Mineralfaserdämmung mit versetzten Stößen, ohne Störung am Baukörper verlegt. Großformatige, hinterlüftete Aluminium Blechverkleidung aus gebogenen und gekanteten Aluminiumblechen mit hinterlegten Stößen. 

 

Vertikale, Aluminium Unterkonstruktion zur Befestigung der Brüstungsverkleidung mit toleranzausgleichender, zweiteiliger Winkelkonstruktion zur Anbindung an den Baukörper, hochwertig beschichtete Aluminium Oberflächen. 

 

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EG Fassade

In der Ebene zurückspringende hochgedämmte, thermisch getrennte Glasfassade. Pfosten-Riegel-Konstruktion mit großformatigen Festverglasungen. Verglasung als Funktionsisolierglas mit Sonnen-/ Wärmeschutzeigenschaften. Direkte Sonnenstrahlung erst ab ca. 40° Sonnenstandwinkel, d.h. für die März bis September ist eine direkte Sonneneinstrahlung nicht vorhanden.

Energetisch und wirtschaftlich optimierte Fassadenkonstruktion unter dem Aspekt einer hochwärmegedämmten Gebäudehülle bei gleichzeitig maximaler Transparenz. Umsetzung eines sehr guten sommerlichen Wärmeschutzes bei Beibehaltung einer maximalen Tageslichtversorgung durch Oberlichter mit hocheffizienter Tageslichtlenkung und einem hochwindfesten Sonnenschutzes mit Gewebe und damit gleichzeitiger Transparenz zur Sicherstellung der Umweltwahrnehmung.

Horizontal elementiertes Fensterband

Fensterband als vollständig vorgefertigtes Fassadenelement aus hochwärmegedämmten, thermisch getrennten Aluminiumprofilen mit einer Elementfuge in jeder Fassadenachse. Fensterbandprofile innen flächig, vorgerichtet für den Anschluss von hochwertigen Trennwänden in jeder Fassadenachse. Einbau Fensterband flächenbündig mit der inneren Brüstung für den vereinfachten Anschluss des Innenausbaus.

 

Das Fensterband erhält eine Höhenteilung mit einem Kämpferprofil. Kämpferprofil mit äußerem, horizontalem stranggepressten Aluminium Schwert vorgerichtet zur Integration des außenliegenden Sonnenschutzes. Kämpferprofil zur vertikalen Trennung der Funktionen - oben Tageslichtlenkung und Nutzung unten Lüftung, Ausblick und Tageslichtversorgung fassadennaher Arbeitsplätze mit der Möglichkeit des individuellen Sonnen-/ Blendschutzes Verglasung im unteren Bereich mit hochgedämmten, neutralen 3-fach Wärmeschutzglas als Sicherheitsglas und im Achsrasterwechsel zusätzlich Einbau eines .ffnungsflügels für die Komfortlüftung 

Verglasung im oberen Bereich mit im Scheibenzwischenraum integrierter Lichtlenkfunktion zur Sicherstellung einer sehr guten Tageslichtversorgung in der Raumtiefe bei gleichzeitig maximaler Blendfreiheit der fensternahen Arbeitsplätze Schienengeführter, windfester außenliegender Sonnenschutz mit Gewebe. Der Antrieb der Anlagen erfolgt motorisch in jeder Fassadenachse, die Steuerung erfolgt sowohl übergeordnet als auch Nutzerabhängig. Die gleichzeitige Nutzung als Blendschutz ist vorhanden.

Alternativ ist im Bereich des Kämpfers ein innenliegender Blendschutz nachrüstbar. Durch die windfeste Ausführung ist eine ganzjährige Nutzung über fast 100 % der Bürobetriebszeiten umsetzbar. Die durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten am Standort Mönchengladbach (Messwert Airport Mönchengladbach) liegen weit unterhalb der zulässigen Werte. 

 

Technische Werte Fassade

U-Wert Glas <= 0,70 W/m2K

Gesamt U-Wert Fassadenelement U-Wert <= 1,0 W/m2K

Windstabilität außenliegender Sonnenschutz: ca. 20 bis 22 m/s (= Sturmfest; ca. 72 km/h)

 

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Aluminium Blechverkleidung

Brüstungsbereich mit einer hinterlüfteten Aluminiumblechverkleidung aus gebogenen und gekanteten Aluminiumblechen 

Hochwertig beschichtete Oberflächen zur langfristigen Sicherstellung des Farb- und Glanzgrades und Reduzierung des Reinigungsintervalls ungestörte Verlegung der Wärmedämmung des Baukörpers unter dem Aspekt der Energieeinsparung mit Mineralfaser, ohne Störung durch die Unterkonstruktion

Aluminium Unterkonstruktion der Aluminiumblechverkleidung vorgesetzt vor der Wärmedämmung. Befestigung über zweiteilige, toleranzausgleichende Winkel und thermischen Zwischenlagen, w.rmebrückenfrei am Baukörper befestigt. 

 

Technische Werte Fassade

Wärmedämmung ca. 200 mm, U-Wert ca. 0,18 W/m2K

Unterschreitung der Referenzwerte der Energieeinsparverordnung von ca. 30 % Fassade innen. Zum Atrium, welches als unbeheizte Pufferzone ausgeführt wird, schlagen wir eine geschoßhohe Zweifach-Verglasung ebenfalls mit öffenbaren Fensterflügeln vor, um einerseits die Lichtausbeute zu erhöhen und um andererseits den Mitarbeitern den Blick in das Atrium zu ermöglichen. Im Bereich der Service-Zonen sollte die Verglasung sehr offen gestaltet werden. Das Dach des Atriums besteht aus einer sichtdurchlässigen Membran, die eine Reduktion der Wärmeverluste mit sich bringt. Das Atrium kann daher als Pufferzone sommerlich wie winterlich die Behaglichkeit für die Mitarbeiter gewährleisten. 

Die Bodenbeläge im Atrium stellen wir uns aus einem Naturstein, z.B. Impala Nero oder aber einem Anröchter Dolomit vor, dieses kann mit Sandsteinen oder Holz kombiniert werden, um naturbelassen eine möglichst hohe Behaglichkeit bzw. Wärme zu gewährleisten. Die Büroräume sind im Wesentlichen mit Nadelfilz in DLW strong anthrazit und die „Home Bases“ gegebenenfalls mit einem Velours ausgestattet, Bäder und Küchen und sandfarbenen Tönen gefliest.

 

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Beschreibung des statischen Konzeptes

Der Büroneubau der SMS Group in Mönchengladbach ist ein durch Kerne ausgesteifter Geschossbau. Stahlbetondecken tragen die vertikalen Lasten auf Stahlbetonstützen ab. Horizontale Lasten werden von den Deckenscheiben in die aussteifenden Treppenhauskerne abgeleitet. Der Innenhof wird durch eine Stahl-Folienkissenkonstruktion transparent überdacht. Es gibt keine besonderen Abfang-, Krag- oder Überbaukonstruktionen. 

Die aufgehenden Geschosse ordnen sich ringförmig umlaufend um einen Innenhof von sanduhrähnlicher Form. Sie bilden im Grundriss somit ein geschlossenes Band um den Hof. Dieses Gebäudeband hat eine Breite von etwa 20 m und eine Länge im Grundriss von etwa 360 m.

Das Gebäudeband - die Geschossdecken - werden alle 12 m von einem Stützenpaar getragen. Die Decken bestehen aus einer rinnenähnlich aufgefalteten 20 cm starken Stahlbetonplatte. Durch die Auffaltung erhält die Stahlbetondecke ausreichende Steifigkeit, um trotz ihrer geringen Stärke zum einen durchlaufend über die 12 m in Deckenlängsrichtung zu tragen, zum anderen auch jeweils 5 m seitlich auskragen zu können. Die Doppelstützen haben im Querschnitt 10 m Abstand zueinander. Dem Kräfteverlauf der Auskragung folgend verjüngt sich das Deckenpaket im Querschnitt von etwa 1 m in Gebäudemittelbereich bis auf 30 cm an der Fassade. 

 

Der entstehende Fischbauch dient der Führung von technischer Gebäudeausrüstung, Elektro- und Datenleitungen. Durch die Anvoutung der Deckenplatte zum Rand und die damit verbundene Lichtlenkung wird bei 4 m Geschosshöhe eine maximale Tageslichtausbeute im oberen Fassadenbereich erzielt. Somit erhalten die innen liegenden Bürozonen hinreichend Tageslicht. Das Deckenfaltwerk wird in Längsrichtung alle 6 m durch eine Spannbetonrippe innerhalb des Fischbauchs versteift. Durch den großen Abstand der Stützen zur Fassade und ihre geringe Anzahl ergibt sich der gewünscht schwebende Gebäudecharakter im campusähnlichen Umfeld. Das gewählte statische Konzept ergibt sich dabei aus dem Gesamtgebäudekonzept: Gebäudekonzept – statisches Konzept große Flexibilität für die Nutzung wenige Stützen Faltwerkdecken optimale Belichtung geringe Deckenhöhe am Gebäuderand Betonkernaktivierung unten liegende Betondecke ohne Abhangdecke optimale TGA Führung ohne Höhenverlust Fischbauchdecken. Kosteneffizienz reduzierte Masse / Dicken = Materialeffizienz in und über der Landschaft schwebend stark eingerückte Stützen optimaler Unterhalt fugenloses Bauen optimierte Gründung großer Stützenabstand - geringe Schiefstellung Verzicht auf klassische Unterzüge Intergrale Nutzung der Konstruktionsdeckenhöhe oder Hohlkörperdecken für Statik, Architektur und TGA

 

Der Innenhof wird mit einem Dach aus Stahlrohrbögen und 3-lagigen pneumatisch gespannten ETFE-Folienkissen überdacht. Diese Dachkonstruktion ist einerseits hinreichend leicht, um auf dem weit auskragenden Deckenrand auflagern zu können. Andererseits ergibt sich durch die mit 3,5 m Spannweite recht breiten Folienkissen eine sehr transparente und materialminimierte Konstruktion.

 

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Die Folienkissen tragen - parallel zur Bogenspannrichtung als "Schläuche" - in Querrichtung mit linsenförmigem Querschnitt über Aluminium Klemmprofile ihre Last in die Stahlrohrbögen ab. Bei 3 Lagen haben die Kissen einen U-Wert von etwa 1,8 W/(mÇK) und werden bei Druckverlust durch eine kompakte Gebläsestation nachgefüllt. Aus ihrer hohen UV-Durchlässigkeit ergibt sich eine gute Bepflanzbarkeit des Innenhofes.

 

Bauzeit und Umsetzung im Rahmenterminplan

Durch die gleichmäßige Systematik der Deckenkonstruktion lassen sich die Decken unter Verwendung systematisierter Schaltische schnell und sehr wirtschaftlich herstellen. Durch das Fehlen von Fassadenstützen lassen sich diese Schaltische sehr einfach umsetzen. Die Regelmäßigkeit im Aufriss ermöglicht einen konventionellen Rohbau, ohne aufwendige Sonderkonstruktionen wie Abfangträger, Brücken oder Abspannungen. Die eher flächige Ausdehnung des Bauköpers bei moderater Geschosszahl ermöglicht den zeitgleichen Einsatz mehrere Kolonnen und Kräne.

Alle diese Faktoren gewährleisten eine kurze Rohbauzeit von etwa 9 Monaten, welche wiederum die gewünschte Gesamtbauzeit von knapp 2 Jahren sicherstellt. 

 

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Beschreibung des Energiekonzeptes

Für den Neubau der Firmenzentrale der SMS Group in Mönchengladbach werden im Energiekonzept passive und aktive Maßnahmen optimal aufeinander abgestimmt, und so ein schlankes und wirtschaftliches Technikkonzept entwickelt.

 

Gebäudehülle

Zur Minimierung der Transmissionswärmeverluste wird ein sehr guter Wärmeschutz in Anlehnung an den Passivhausstandard umgesetzt. Dies umfasst eine Dämmung der opaken Bauteile von mind. 20 cm Dämmung sowie den Einsatz von 3-fach-verglasten Fenstern. Darüber hinaus wird auf eine hohe Gebäudedichtheit mit einem n50-Wert von maximal 0,6 h-1 und eine wärmebrückenfreie Konstruktion geachtet.

Ferner wird das Atrium durch eine transparente Überdachung als Pufferzone ausgeführt. So können durch eine Verbesserung des Oberflächen-Volumen-Verhältnisses die Transmissionswärmeverluste weiter deutlich reduziert werden, ohne die Tageslichtqualität an den zum Atrium gelegenen Fensterflächen einzuschränken.

 

Sommerlicher Wärmeschutz und Tageslichtnutzung

Um äußeren solaren Lasten entgegenzuwirken, kommt eine hochwertige Sonnenschutzverglasung zum Einsatz. Für eine optimale Tageslichtnutzung wird zudem ein Sonnenschutz mit Tageslichtlenkung eingesetzt. Dieser wird im Bereich der Oberlichter mit flexibel nach Sonnenstand regelbaren Lamellen im Zwischenraum der Verglasung angeordnet. Unterhalb der Oberlichter, aber blendfrei oberhalb der Sichthöhe der Mitarbeiter, wird über ein lichtlenkendes Schwert das Tageslicht bis in die Tiefe des Raumes hineingetragen. Dies wird durch eine hohe Lichtreflexion durch weiße Oberflächen zusätzlich verstärkt. Zusammen mit der sturzfreien Ausführung der Fenster führt dies zu einer optimalen Tageslichtautonomie an den Arbeitsplätzen.

 

Um eine Überhitzung des Atriums in den Sommermonaten zu vermeiden, wird das Dach über dem Atrium leicht überhöht ausgeführt. An den so entstehenden Außenwänden werden Lüftungsklappen angeordnet, über die im Sommer eine natürliche Belüftung des Atriums ermöglicht wird.

 

Lüftung

Zur Minimierung der Lüftungsverluste und zur Sicherstellung einer guten Raumluftqualität kommt eine mechanische Belüftung mit hocheffizienter W.rmerückgewinnung zum Einsatz. Hierzu werden für kurze Verteilwege mehrere Lüftungsgeräte bereichsweise jeweils an den Treppenhauskernen platziert. 

Für die Verteilung der Zuluft wird der konstruktiv bedingte Hohlraum im Deckensystem genutzt. Dieser wird als Druckboden ausgeführt, sodass die Zuluft ohne den Einsatz eines aufwändigen Kanalsystems verteilt werden kann. Die Zuluft wird dann über Quellluftauslässe im Boden in die Räume eingebracht. Eine vorgefertigte, rastergeführte Lochung gewährleistet dabei höchste Flexibilität auch bei späterer Umnutzung der Räume.

Die Absaugung der Abluft erfolgt zentral an den Treppenhauskernen, sodass sich auch hier das Kanalnetz auf die vertikale Verteilung in den Schächten beschränkt.

 

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Wärme- und Kälteerzeugung

Die Wärme- und Kälteerzeugung erfolgt umweltfreundlich über die Nutzung von Umweltwärme. Hierzu wird mit einer Grundwasserbrunnenanlage sowie einem Eisspeicher als Wärmequelle eine Wärmepumpe zur Beheizung betrieben. Diese wird zusätzlich mit einer Heißgasenthitzung zur effizienten Warmwasserbereitung ausgestattet.

Um in den Sommermonaten den Heizenergiebedarf zu minimieren, kommt eine solarthermische Anlage mit Vakuumröhrenkollektoren für den Warmwasserbereitung zum Einsatz. Diese kann zur minimalen optischen Beeinträchtigung liegend aufgestellt werden.

Für die Kälteerzeugung wird der Brunnenanlage direkt über einen Wärmetauscher Kälte entzogen. Für diese naturale Kühlung ist lediglich Strombedarf für die Umwälzpumpe erforderlich. Für Spitzenkühllasten kann das im Heizbetrieb eingespeicherte Eis im Eisspeicher als Kältequelle herangezogen werden. Auch hier findet eine rein naturale Kühlung statt.

Darüber hinaus erfolgt über die mechanische Lüftung eine adiabate Abluftkühlung. Hierbei wird eine Kühlung erreicht, in dem die Abluft befeuchtet wird und sich hierdurch abkühlt. Daraufhin kann die Abluft mit Hilfe eines Wärmetauschers die Zuluft abkühlen. Dieses Prinzip ist technologisch unkompliziert und gleichzeitig sehr energiesparend. Zur Sicherstellung einer ausreichenden Kühlung z. B. auch an sehr schwülen Tagen, an denen die adiabate Abluftkühlung nur eingeschränkt betrieben werden kann, wird die Wärmepumpe für eine reversible Betriebsweise ausgestattet. In diesem Fall kann dem Grundwasser im umgekehrten Wärmpumpenprozess unter Einsatz von Strom eine deutlich erhöhte Kühlleistung gegenüber der naturalen Kühlung entzogen werden.

 

Wärmeverteilung und -übergabe

Der thermische Komfort in den Räumen wird über eine wassergeführte Bauteilaktivierung sichergestellt. Hierbei werden die massiven Geschossdecken von einem einfachen Leitungssystem durchzogen, das ganzjährig Wasser zum Heizen und Kühlen durch die Bauteile führt. Die Speicherfähigkeit der Betondecken wird so optimal genutzt. Durch eine oberflächennahe Anordnung der Bauteilaktivierung ist eine schnelle Regelung möglich, die ein angenehmes Raumklima erzeugt und durch welche zusätzliche statische Heizelemente wie z. B. Heizkörper überflüssig werden.

In Bereich mit erhöhten inneren Lasten, wie z. B. Konferenzräumen, der Kantine oder auch den Konstruktionsarbeitsplätzen, findet eine zusätzliche Kühlung über Heiz-Kühl-Decken und Kühlsegel statt. Um hier eine maximale Flexibilität zu gewährleisten, besteht die Möglichkeit, über den Einsatz von in den Decken integrierten Thermo-Steckdosen, weitere Heiz-Kühl- Elemente nachzurüsten.

 

Photovoltaik

In die nach Norden hin leicht aufsteigende und somit südorientierten Dachkonstruktion können zur solaren Stromerzeugung Photovoltaikmodule optisch unauffällig z. B. als Dünnschichtmembranen integriert werden. So kann insbesondere ein Teil des Strombedarfs, der zum Heizen und Kühlen des Gebäudes benötigt wird, umweltfreundlich gedeckt werden. 

 

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Beschreibung der Außenanlagen

Das städtebauliche Konzept der Freianlagen nimmt die vorhandenen Qualitäten des Standortes, die Grünbeziehungen Mönchengladbachs und das Potenzial des Masterplans von Grimshaw auf und schafft eine identitätsstiftende Situation des neuen Standortes der SMS Group in Mönchengladbach. Die vorgeschlagene Lösung geht einher mit den landschaftsplanerischen Vorgaben der Bauleitplanung und entwickelt diese weiter. 

Als identitätsstiftenden Moment sieht der Freiraumentwurf die Beziehung aus den städtebaulich wichtigen Verbindungen am Standort, bezieht seine Intensität aber aus dem Dreiklang aus Kulturhügel, Vituspark und dem Gewerbe- und Dienstleistungscenter SMS. Dabei wird die vorhandene städtebauliche Situation in klar und eindeutig ablesbare Strukturen und Zonen – terrassierten Wiesen, Forum und Plaza gegliedert, Wegebeziehungen aufgenommen, Funktionen fortgeführt und um neue Funktionen erweitert.

 

Gelände

Aufgrund der Topografie des Geländes haben wir nicht nur für das Gebäude das Thema der Schichtung aufgenommen, sondern auch für die Gestaltung des Außenbereiches. Es wird eine verbindende Topografie durch Terrassierung des Geländes zum Ohlerkirchweg vorgeschlagen. Einzelne Felder, die sich plateauartig in das Gelände einschneiden, schaffen einen Übergang zwischen der vorgefundenen Höhenlage am Ohlerkirchweg, zum Vituspark und zum SMS-Standort und ermöglichen eine harmonische Blickbeziehung vom Fuß des Hügels bis zur Spitze. Als eine Landmarke besetzt dann das Gebäude das Plateau des Hügels. Der Höhensprung zwischen den Hallenstandorten und dem neuen Hügel wird teils über großzügige Treppenanlagen und durch sanfte Böschungen überwunden. 

 

Wege

Die an das Gelände stoßenden städtebaulich wichtigen Wegebeziehungen vom Vituspark bzw. Ohlerkirchweg und der Hügelstra.e werden in unseren Gestaltungsvorschlag aufgenommen und über das Gelände hinweg fortgeschrieben. Die Hügelstra.e endet in einem großräumigen Vorplatz vor dem Neubau. Der Campus integriert sich wie selbstverständlich in die Grünverbindungen der Stadt. 

Weitere Wegeverbindungen ergeben sich durch an den topografischen Kanten der plateauartigen Einschnitte dezent in das Gelände eingelassene Wege, die die Haupterschließungen und einzelne Teilnutzungen in horizontaler Weise verbinden.

Die Plazabereiche sind als befestigte Oberflächen ausgebildet. Spezielle Wegeführungen ergeben sich lediglich durch die Anlage der Hochbeete.

Alle Wege und Zonen werden barrierefrei erschlossen, größere Steigungen werden vermieden, sodass der Campus von allen, ob gehandicapt oder nicht, erlebt werden kann.

 

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Verkehr

Der SMS-Standort wird sowohl von der Landgrafenstraße als auch über den Dahler/Ohler Kirchweg erreicht.

In Anbindung zu dem neu gebauten Parkhaus entsteht so ein Bypass zwischen beiden Erschließungspunkten, den wir vorschlagen, Gebr.-Meer-Straße zu benennen, um so eine adäquate Adressierung zu ermöglichen. Aufgrund der Höhenlage kann das Parkhaus in zwei Ebenen angefahren werden: Einmal in eine untere Ebene aus Richtung Landgrafenstraße und einmal in eine obere aus Dahler/Ohler Kirchweg. Eine separate Zufahrt ermöglicht eine Anbindung der Besucherparkplätze sowie Vorfahrt zum Haupteingang des Gebäudes für Kunden und Direktion.

An der neu geplanten Gebr.-Meer-Straße wird der abfließende Verkehr gefahrlos und ohne Kreuzungsverkehr abgewickelt.

Sitzgelegenheiten entlang der Hügel-Horizontalwege und an den Haupterschließungen laden zum Ausblick über die Stadt und zum Vituspark ein. Im Plazabereich sind Teile als Hochbeete mit Stahl-oder Betonkanten eingefasst. Diese Kanten können als Ganzes oder nur in Teilen als Sitzgelegenheiten mit Holzbelag ausgebildet werden.

 

Vegetation

Der gesamte Campus und die Verlängerung der Hügelstraße in Richtung Landgrafenstraße sowie der Ohlerkirchweg werden gerahmt von einheimischen Straßenbäumen (z.B. Ulme, Linde, Eiche). Der Charakter einer gesäumten Insellage mit innenliegendem Campus wird somit Rechnung getragen. Immer wieder aufgelassene Zonen geben Sichtbeziehungen zu den umliegenden Bereichen frei. Verdichtete Bereiche, wie z.B. am Parkplatz, markieren die individuellen Nutzungszonen und weisen auf Besonderheiten hin. Bei den nach innen führenden Wegen und an den Zufahrten (Ohlerkirchweg, Landgrafenstraße) schälen sich die Straßenbäume in den Campus hinein. Diese werden als wegebegleitende Grünstrukturen additiv mit Heckenkörpern (z.B Eibe, Hainbuche) unterstützt.

Der Campus als solcher wird mit frei verteilten, wie hingestreuten kleinkronigen bzw. semitransparenten Bäumen (z.B. Ahorn, Gleditschie, Schnurbaum) bestanden, sodass die Rasenterrassen der plateauartigen Geländeeinschnitte zum Großteil freigehalten werden und als Aufenthaltszonen oder Skulpturenpark genutzt werden können. Als besonderen Sichteffekt und in Kombination mit dem Gebäude soll immer wieder mal die weiße Rinde einer Birke im Campus auftauchen.

Der Parkweg, als besonderer Weg, wird begleitet von Bäumen mit besonderer Farbgebung oder Herbstfärbung (z.B. Felsenbirne, Ahorn, Kirsche o.Ä.) Die Bäume des Parks finden sich dann auch wieder in den Hochbeeten wieder. So wird eine Einheitlichkeit zwischen Park und den tieferliegenden Plazabereichen sowie die Einheit des gesamten Geländes erreicht. Um den unterschiedlichen Bedürfnissen der SMS-Mitarbeiter gerecht zu werden, werden terrassierte Grünanlagen sowie mit Hochbeeten durchzogene Plazas mit unterschiedlichen Freizeit- und Sportangeboten besetzt.

Auch im Inneren des Gebäudes soll der campusartige Charakter der gesamten Anlage erfahrbar sein. Hierzu werden die Eingangsebene und die Zone vor der Kantine im UG mit Hochbeeten mit Sitzgelegenheiten, gleich den Plazabereichen, ausgestattet. Die Hochbeete sind teils mit niedriger Unterpflanzung (z.B. Bodenhanf), teils mit Bäumen (z.B. Olive, Feige) bepflanzt.

Dipl. Ing. Stephan Kulle-Skorobogaty

Inhaber und Geschäftsführer

Landschaftsarchitektur & Umweltplanung

Landschaftsarchitekt AKNW

 

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