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SUDDEN - PROJEKTE

SQUARE ROOMS

PROJEKT: „square rooms“ - Grabenstraße 135- 137 / Kammerstraße 148 -150a / Sternbuschweg 164 -168, Duisburg

Fläche: 1.250m²

Planung: 2020 - 2022 (Leistungsphasen 1 - 3 + 7 - 8)

Fertigstellung: 2022

Adresse: Grabenstraße 135- 137, 47057 Duisburg

 

Wohnumfeldverbesserung „square rooms“

 

Zur Umgestaltung der derzeitigen wohnungsnahen Grünflächen Grabenstraße 135- 137 / Kammerstraße 148 -150a wurde das Büro SUD[D]EN mit der Erstellung eines Konzeptes für die Außenanlagen von der GEBAG Duisburger Baugesellschaft mbH beauftragt.

 

Vornehmliches Ziel war es die bereits vorhandenen Strukturen und Materialien aufzunehmen, die Strukturen zu erweitern und die Hofsituation so herzurichten, dass die vorhandene Wegeverläufe beibehalten werden können, die Müllplatzsituation deutlich strukturiert, Parkplätze erweitert und teils Privat- als auch Gemeinschaftsflächen entstehen. Die Neugestaltung soll dabei der Mieterschaft und dem Gemeinschaftsgefühl der Bewohner Rechnung tragen und das gesamte Areal in seiner Funktionalität und im Aussehen aufgewertet werden. Gleichzeitig soll der Nutzungs- und Aufenthaltswert erhöht werden und so die Identifikation der Bewohner für generationen-übergreifende Aktivitäten im Freiraum ermöglichen.

Der derzeitige Innenhof der Gesamtanlage Grabenstraße 135- 137 / Kammerstraße 148 -150a / Sternbuschweg 164 -168 wird geprägt von der großen, teils unstrukturierten riesigen Hofsituationen und den mittig befindlichen Garagen und deren Zufahrten. Um diese Zufahrten herum strukturieren sich die wohnungsnahen Grünflächen als Vorzonen der Gebäude. Einzelne Großbäume schaffen es kaum die dimensionslose Hofsituation angenehm aufzuwerten und die unstrukturierten Außenanlagen machen ein Raumerlebnis kaum möglich, schaffen Vermüllungssituationen und damit eine wenig ansprechende und nutzbare Wohnumfeldsituation ohne Atmosphäre.

 

Ausgehend von den bereits durchgeführten Verbesserungsmaßnahmen der Wegeführung, Kennzeichnung

von Flächen durch unterschiedliche Pflasterungen und Zugänglichkeiten zu den Kellereingängen, entwickelt das Büro SUD[D]EN einen neuen Freiraum, der der derzeitigen Prägung des Hofes entgegentritt; versucht die Unstrukturiertheit und geringe Nutzbarkeit des Hofes aufzulösen und Angebote für Aufenthalt und Spiel, für Gemeinschaftsaktivitäten aber auch private Zonen (Privatgärten) schafft. Neben diesen funktionalen Angeboten soll mit einer strukturierenden Bepflanzung (Baumpflanzungen), einer strukturierten Müll- und Wegesituation, fortgeführter Materialverwendung sowie neuen Flächenangeboten und Spielgeräten der Charakter eines Spiel- und Wohnhofes entstehen.

 

Gestaltung Grabenstraße 135- 137:

Ausgehend von der derzeitigen Wegeführung wird die derzeit große Rasenfläche mit eingezäuntem Spielplatz in zwei unterschiedliche Bereiche getrennt. Die vorhandene Topografie macht dies in einer ganz besonderen Art und Weise möglich. So können am vorhandenen Weg entlang, auf der "oberen" Ebene, drei Privatgärten entstehen, die mit Hainbuchenhecken (Carpinus betulus) eingehaust sind und die über jeweils ein 1-flügeliges Gartentor erreicht werden können. Zwischen den Privatgärten, unter einem der vorhandenen Großbäume wird eine Platzsituation mit Sitzbank errichtet. Eine 3-stufige Treppenanlage führt in den Gemeinschaftsgarten- und Spielbereich. Der Übergang von der Treppenanlage in die Grünfläche hinein, wird durch Betonplatten, die als sich auflösende Trittsteine konzipiert sind, hergestellt und geleitet den Nutzer sanft auf die Gemeinschafts- und Spielfläche. Diese Fläche ist als großzügige Rasenfläche konzipiert, die alle Aktivitäten zulässt. Die vorhandenen Spielgeräte (Wippgeräte) stehen frei verteilt. Den Rahmen für die Rasenfläche bildet eine Hainbuchenhecke (Carpinus betulus), eine "Baumreihe" aus zwei Kugelrobinien (Robinia pseudoacacia) sowie ein Gräserfeld aus Lampenputzergras (Pennisetum "Hameln").

 

Gestaltung Kammerstraße 148 -150a / Sternbuschweg 164 -168:

Als Grundmaterialien werden die bereits verbauten roten Klinkersteine sowie die vorhandenen

Pflastermaterialien und die Struktur der Vorbereiche der Häuser Kammerstraße 140 bis 146

aufgenommen und auf die Vorbereiche der Häuser Kammerstraße 148 bis 150a sowie die Häuser des

Sternbuschweg 164 bis 168 übertragen. Den Auftakt in die neue Hofsituation bilden an einer Nordseite der bereits vorhandene rot geklinkerte kleine Platz und ein neu geschaffener, ebenfalls rot geklinkerter Platz an der Südseite. Dazwischen eingespannt bildet der mit Hainbuchenhecken (Carpinus betulus) eingehauste und neu befestigte Müllplatz für neun Müllbehältnisse die Grenze zu den befahrenen Bereichen der Umfahrt.

 

An den bereits vorhandenen rot geklinkerten kleinen Platz in Nordbereich werden zwei

unterschiedliche Wegeführungen angefügt. Die erste verläuft, den Hof umschließend, als Rundweg entlang der Gebäude und Balkone und zu den einzelnen Keller- und Gebäudeeingängen. Wie in anderen Teilen der Anlage werden die Eingänge jeweils mit einem rautenförmigen Vorplatz aus rotem Klinker „geschmückt“. Die Zwischenzone zwischen den Gebäuden und dem Rundweg wird durch eine Traufkante entlang der Gebäude und unter den Balkonen und einer kleinen Rasenzone gebildet. Der Rundweg endet dann am neu geschaffenen rot zu geklinkerten Platz an der Südseite.

Die zweite Wegeführung vom Platz im Norden führt in einen Hofbereich mit einer Platzsituation aus wassergebundener Wegedecke, Rasenflächen und Spielzonen mit Sandkasten. Ein mit Betontrittsteinen befestigter Platzbereich soll zu nachbarschaftlichen Grillabenden o.Ä. einladen. Zwischen dem Rundweg und dem Hofbereich (Innenbereich) erstreckt sich eine Grünzone mit Rasenflächen, Baumreihen aus Kugelrobinien (Robinia pseudoacacia) sowie Gräserfeldern aus Lampenputzergras (Pennisetum "Hameln")

Die Zugänge zum "Innenbereich" werden jeweils rechts und links der Zugänge mit ein Meter hohen quadratischen Heckenskultpuren aus Eibe (Taxus baccata) markiert.

Der Hof-Innenbereich gliedert sich wiederum in zwei Teile. Zum einen bildet der erste Bereich mit Wegen aus wassergebundener Wegedecke eine parkähnliche Zone, deren Mitte von einen Sandkasten geprägt ist. Der Sandkasten mit Sitz- und Spielmöglichkeiten aus verschiedenfarbigen Natursteinen und bunten Spielgeräten (Stelzen Schilfgras, Spitzpoller "Tierspuren") lädt nicht nur zum Spielen mit Sand, sondern auch zu Hüpf-Spielen (z.B. von Naturstein zu Stelze und von Stelze zu Tierspur) und zum Sandbacken ein. Die in der Sandfläche „vergrabenen“ Pampasgräser (Cortaderia selloana) geben dem Sandkasten zusätzliche Versteckmöglichkeiten und schaffen eine geschützte Spaß- und Urlaubszone.   

 

Die klare neue Struktur der gesamten Hofanlage spiegelt nun die Dimension der umgebenden Bebauung wieder, nimmt diese quadratische Form auf. Zerbricht die Großform in kleinere Teile und entwickelt aus dieser, die Struktur der neuen Anlage. „square rooms“ eben…