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WESTERWALDSTRAßE RENGSDORF

 

SUDDEN - WETTBEWERB

Westerwaldstraße Rengsdorf

Konzept

Die Gemeinde Rengsdorf bezeichnet sich als „Tor zum Westerwald“ bzw. als „Westerwaldbalkon“. Letzteres ist Ausgangsbasis für das städtebauliche und freiraumplanerische Konzept. 


Das Thema der Balkone, wird durch den vorliegenden Entwurf als tatsächlich räumlich Figur im Stadtraum durch das Anlegen von „Stadtbalkonen“ sichtbar in die vorhandene Stadtstruktur eingeschrieben und erlebbar gemacht. Bereits vorhandene „Balkone“, die sich als Plätze im Stadtraum darstellen, werden gestärkt und neu freigelegte Balkone als Orte mit speziellem Charakter für diverse Aktivitäten, wie Markt, Plätze zum Ausruhen und Ausblicken, als Treffpunkte etc. erschlossen. Gleichzeitig generiert das Konzept neue Panoramaausblicke ins Rheintal, ins Wiedtal und in die Eifel und spiegelt so das Images Rengsdorfs als „Westerwaldbalkon“ stadträumlich wider. 

Das Konzept der Balkone soll aber nicht nur auf stadträumlicher Ebene sichtbar und erlebbar gemacht werden, sondern wird durch den vorliegenden Entwurf auch auf die freiraumplanerisch, kleinräumliche Ebene übertragen. Durch vor die einzelnen Gewerbebetriebe, sei es Gastronomie, Friseur oder Blumenhandel, geplante Ladenbalkone, die als Auslagefläche, Sitzgelegenheit, Ausstellungsfläche oder Ähnliches genutzt werden sollen, wird auch auf dieser Ebene das Image des „Westerwaldbalkons“ sichtbar und erlebbar gemacht. 

Städtebau

Derzeit stellt sich die Gemeinde Rengsdorf als „Durchfahrtgemeinde“ dar. Der Bau der neuen Umgehungsstraße (neue B 256) birgt die Möglichkeit die Typologie des Straßendorfs abzumildern und neue städtebauliche Qualitäten für Einwohner und Gäste der Gemeinde zu erschließen. Der vorliegende Entwurf formuliert neben der stadträumlichen Schaffung von nutzbaren Plätzen auch die Schaffung einer klaren strukturellen Definition eines Zentrums. Das Zentrum beginnt südlich der Einmündung Kirchstraße mit einer ersten Verschwenkung der Fahrbahn, erstreckt sich in südliche Richtung über die nördliche Westerwaldstraße mit dem zentralen Platz (Kreuzung Westerwaldstraße/Friedrich-Ebert-Straße) und weiter in Richtung Süden bis nördlich der Fritz-Henkel-Straße. Innerhalb dieses Zentrums verschwenkt sich die Straße in Teilabschnitten und mindert auf eine angenehme Art die Geschwindigkeit des Verkehrs und ermöglicht gleichzeitig die Erweiterung von Fußgängerbereichen. In den Balkonenbereichen erstrecken sich die Fußgängerbereiche dann über die gesamte Breite der Straße zu einem sog. „shared space“. 


Von Norden und Süden führen Alleestraßen bis an die Grenzen des Zentrums heran, die sich dann im Zentrum in paarweise stehende Einzelbäume auflösen. Diese changieren mit der Verschwenkung der Westwaldstraße, setzen aber die Typologie der Allee fort. Die vorgeschlagene Struktur von Zentrum und Gemeinde wird durch straßenbegleitende bodengleiche andersfarbige Linien, die sog. „Rengsdorflinien“ unterstützt. An diesen Linien entlang erstrecken sich im Zentrumsbereich die Einbauten in den Straßenraum, in den Alleebereichen sind heckenartige Unterpflanzungen geplant. 


Dem Grundstück des ehemaligen „Hotel zum Hirsch“ und der südlichen Nachbargrundstücke kommt innerhalb des vorliegenden städtebaulichen Konzeptes eine besondere Rolle zu. Das „Hotel zum Hirsch“ wird bis zu seiner kurvigen Fassade zurückgebaut und für gewerbliche Nutzung umgebaut. Die Raumkanten der südlich angrenzenden Grundstücke werden durch einen Anbau bis zum Gebäude Friedrich-Ebert-Straße 2 geschlossen und formieren im Zusammenspiel mit dem bereits vorhandenen Platz eine städtebauliche Geste der Mitte. Durch die Schließung zu einer klar definierten städtischen Figur, kann sich an dieser Stelle eine Art Geschäftszentrum Rengsdorfs entwickeln. Der sich formierende Platz bietet ausreichend Platz für unterschiedlichste Nutzungen wie Markt, Kirmes oder als Treffpunkt. 

 

Freiraum

Das Freiraumkonzept sieht sich dem Gedanken dem Image von Rengsdorf als „Westerwaldbalkon“ und dem Flair des „Nizza des Westerwaldes“ verpflichtet. Es wird vorgeschlagen eine ganz eigene Art mediterranen Flairs als Charakter der Freiräume zu etablieren. Das Farbschema der Beläge soll sich in einem grau-beigen Farbspektrum bewegen. Die Rengsdorflinien sowie die einzelnen Ladenbalkone werden in Basalt, einem ortstypischen Gestein vorgeschlagen. Die Einbauten werden sich in dem gleichen Farbspektrum bewegen und in einem basaltähnlichen grau /dunkelgrau-Spektrum gehalten. 


Die fußläufigen Bereiche werden aus Betonpflaster mit den Maßen 64/20, 48/20 und 32/20 im Reihenverband vorgeschlagen, die sich zwischen den Fassaden der Häuser und den Rengsdorflinien erstrecken. Die Rengsdorflinie und die Zentrumslinie aus Basaltpflaster in den Formaten 64/32, 48/32 und /32/32 in Reihenverband, quer verlegt zum Reihenverband der Fußgängerbereiche, dienen als Flächen für die Einbauten in die Außenanlagen wie z.B. Mastleuchten, Fahrradständer und den Pflanzgefäßen der Straßenbäume. Die Zentrumslinie hat eine Breite von ca. 1m, die Rengsdorflinie lediglich 32cm. Diese Linien brechen an den einzelnen Balkonen auf und verschränken sich mit den entstehenden Plätzen und verbinden so zusätzlich den Straßenraum mit den Balkonen.


Die Ladenbalkone werden in einem geringeren Gefälle als das Gefälle der Straße ausgebildet, sodass diese vor den Geschäften aus dem Boden „herauswachsen“. An den südlichen Seiten werden die Ladenbalkone über Treppenanlagen abgefangen, die an der Straßenseite im Boden versaufen. Das Material der Ladenbalkone ist Basaltpflaster in den Maßen der fußläufigen Bereiche, sodass in den gesamten fußläufigen Bereichen eine Material und Fugenhomogenität entsteht. Die neu geschaffenen Parkzonen werden mit grau-beigen Betonpflaster mit den Maßen 64/32, 48/32 und 32/32 im Reihenverband erstellt. Flach und Hochborde werden ebenso in grau-beigen Tönen vorgeschlagen. Der Fahrbereich zwischen den Balkonen wird mit gefärbtem Asphalt an das Farbspektrum der fußläufigen Bereiche angeglichen. 

Gebäude

Auch bei den vorgeschlagenen neuen Gebäuden soll sich der Charakter des „Westerwaldbalkons“ widerspiegeln. Diese werden als Terrassen und Balkonhäuser vorgeschlagen. Alle neuen Gebäude erhalten eine Tiefgarage im Untergeschoß, die von der Westerwaldstraße erschlossen wird. 


Die Nutzungen im EG sollen an der Westerwaldstraße im Zentrumsbereich meist als gewerbliche Nutzung erfolgen. In den Obergeschossen soll Wohnen stattfinden. 


Im speziellen soll der Charakter der Freiräume denen eines interessanten Kurortes entsprechen. Der vorliegende Entwurf mit Aufenthaltsmöglichkeiten, Kunst und

Dipl. Ing. Stephan Kulle-Skorobogaty

Inhaber und Geschäftsführer

Landschaftsarchitektur & Umweltplanung

Landschaftsarchitekt AKNW

 

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